In Essen hat die Polizei einen umfangreichen illegalen Handel mit Feuerwerkskörpern aufgedeckt. Zwei Männer im Alter von 19 und 21 Jahren wurden festgenommen, nachdem Einsatzkräfte in einer Wohnung über 15 Kilogramm verbotene Pyrotechnik sicherstellten. Die Razzia erfolgte nach Hinweisen aus der Bevölkerung und führte zur Beschlagnahme von Sprengstoff der Kategorie F4, der nur für professionelle Feuerwerker zugelassen ist.
«Was wir hier gefunden haben, hätte einen ganzen Häuserblock in Schutt und Asche legen können», erklärt Hauptkommissar Martin Weber von der Essener Polizei. Nach ersten Erkenntnissen vertrieben die Beschuldigten die gefährlichen Böller über soziale Medien an Jugendliche und junge Erwachsene.
Die Ermittlungen zeigen, dass die Nachfrage nach illegalem Feuerwerk kurz vor Silvester deutlich ansteigt. Besonders besorgniserregend: Die beiden Männer lagerten den hochexplosiven Sprengstoff völlig ungesichert in Pappkartons neben einem Heizkörper. «Ein Funke hätte genügt», so Weber.
Ich habe in meinen Jahren als Reporterin schon viele solcher Fälle erlebt – besonders in Hamburg, wo der Hafenzugang den Schmuggel erleichtert. Die typischen Käufer sind meist männliche Jugendliche, die die Gefahr völlig unterschätzen.
Die Polizei warnt eindringlich vor dem Kauf nicht zugelassener Pyrotechnik. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit über 500 schwere Verletzungen durch illegales Feuerwerk registriert. Die beiden Beschuldigten erwarten nun Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Wird die Gesellschaft das Risiko endlich ernst nehmen, bevor es zu weiteren Tragödien kommt?