In hessischen Zolllager türmen sich derzeit beschlagnahmte Feuerwerkskörper. Allein in den letzten zwei Monaten wurden dort über 60.000 illegale Sprengkörper sichergestellt. Der Trend zu gefährlichem Feuerwerk aus dem Ausland nimmt zu. Besonders besorgniserregend: Viele dieser Pakete werden online bestellt und per Post nach Deutschland geliefert.
«Die Sprengkraft dieser illegalen Böller ist oft um ein Vielfaches höher als bei zugelassenem Feuerwerk», erklärt Christine Strauß vom Frankfurter Zollamt. «Wir finden immer häufiger Böller ohne CE-Kennzeichnung, die lebensgefährlich sein können.» Verletzte Hände, abgerissene Finger oder schwere Verbrennungen – die Folgen können verheerend sein.
Was viele nicht wissen: Schon der Besitz dieser nicht zugelassenen Feuerwerkskörper ist strafbar und kann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Besonders beliebt bei den illegalen Importen sind sogenannte «Polen-Böller» und Feuerwerksbatterien aus Tschechien oder Italien, die deutlich mehr Sprengstoff enthalten als in Deutschland erlaubt.
Auf meinen Kontrollgängen am Frankfurter Flughafen beobachte ich immer wieder, wie erschrocken die Menschen sind, wenn sie erfahren, dass ihr vermeintliches Schnäppchen aus dem Internet nicht nur gefährlich, sondern auch illegal ist.
Experten der Bundesanstalt für Materialforschung raten dringend: «Kaufen Sie Feuerwerk nur im deutschen Fachhandel und achten Sie auf das CE-Zeichen mit einer vierstelligen Kennnummer.«
Der Zoll wird die Kontrollen bis Silvester noch verstärken. Für Hessen bedeutet das: mehr Sicherheit, aber auch mehr Arbeit für die Behörden. Bleibt zu hoffen, dass der Jahreswechsel ohne die gefährlichen Knaller gefeiert wird. Denn was als harmloser Spaß gedacht ist, kann schnell zur Tragödie werden.