In Dortmund macht sich Besorgnis breit: Die Zahl der Firmeninsolvenzen steigt alarmierend. Allein im ersten Quartal 2024 wurden 108 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von über 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders Klein- und Mittelbetriebe trifft es hart. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wirken nach, während steigende Energiekosten und Inflation zusätzlich belasten.
«Der Druck auf die lokale Wirtschaft ist enorm«, erklärt Sven Tischendorf, Rechtsanwalt und Insolvenzexperte. «Viele Betriebe haben ihre Reserven während Corona aufgebraucht und können nun auf neue Herausforderungen nicht mehr flexibel reagieren.» Besonders Handel, Dienstleistungssektor und Baugewerbe leiden unter der angespannten Lage. In meinen Gesprächen mit Dortmunder Geschäftsleuten höre ich immer wieder die gleiche Sorge: «Wie sollen wir die steigenden Kosten stemmen, wenn gleichzeitig die Kunden sparen?»
Die Industrie- und Handelskammer Dortmund bietet Beratungen für betroffene Unternehmen an und verweist auf Förderprogramme. Doch für manche kommt die Hilfe zu spät. Matthias Weber, Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebs, musste nach 15 Jahren aufgeben: «Die Aufträge waren da, aber die Preise deckten am Ende die Kosten nicht mehr.»
Was bedeutet diese Entwicklung für unsere Stadt? Jede Insolvenz kostet Arbeitsplätze und schwächt die lokale Wirtschaftskraft. Experten erwarten, dass sich der Trend 2025 fortsetzt. Die Frage ist nicht ob, sondern wie stark die Welle wird. Und ob wir als Stadtgemeinschaft Wege finden, unsere lokalen Betriebe zu stützen.