Article – In der Kölner Innenstadt bereiten sich Behörden auf eine der größten politischen Demonstrationen des Jahres vor. Am 15. Juni werden über 100.000 Menschen zu einer Großdemonstration der iranischen Opposition erwartet. Die Veranstaltung richtet sich gegen das Regime in Teheran und findet bereits zum dritten Mal in der Domstadt statt.
«Diese Demonstration hat eine enorme Bedeutung für die iranische Diaspora in ganz Europa», erklärt Mina Ahadi, Menschenrechtsaktivistin und Mitorganisatorin der Veranstaltung. Nach Polizeiangaben werden Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und weiteren europäischen Ländern anreisen.
Der Demonstrationszug wird vom Deutzer Bahnhof über die Deutzer Brücke zum Heumarkt führen, wo die Hauptkundgebung stattfindet. Die Kölner Verkehrsbetriebe rechnen mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. «Wir empfehlen allen Innenstadtbesuchern, an diesem Tag wenn möglich auf die Bahn umzusteigen oder die Stadt zu umfahren», so ein KVB-Sprecher.
Bereits bei den Demonstrationen 2022 und 2023 blieb die Lage trotz der hohen Teilnehmerzahl weitgehend friedlich. Dennoch bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. «Wir werden mit mehreren hundert Beamten präsent sein», bestätigt Polizeisprecherin Julia Schröder.
Als ich letztes Jahr die Demonstration beobachtete, beeindruckte mich besonders die Vielzahl junger Frauen, die mit selbstgebastelten Plakaten auf die Situation der Frauen im Iran aufmerksam machten. Die Bewegung «Frau, Leben, Freiheit» hat in Köln, mit seiner großen persönischen Community, besonders starken Rückhalt.
Die Stadt Köln hat ihre Unterstützung signalisiert und ermöglicht den Demonstranten die Nutzung zentraler Plätze. Für Anwohner und Geschäfte im Innenstadtbereich bedeutet dies allerdings erhebliche Einschränkungen. Der Protest zeigt: Auch 6.000 Kilometer entfernt vom Iran findet der Kampf für Demokratie und Menschenrechte mitten unter uns statt.