Der größte Iran-Protest in Deutschlands Geschichte bahnt sich an: Heute versammeln sich bis zu 100.000 Menschen auf dem Münchner Königsplatz, um gegen das iranische Regime zu demonstrieren. Organisiert wird die Kundgebung vom Nationalen Widerstandsrat Iran, einer Oppositionsgruppe im Exil. Der Protest findet unter dem Motto «Freiheit für den Iran» statt und beginnt um 15 Uhr.
Was mich bei meiner Ankunft am frühen Nachmittag besonders beeindruckt: Die Vielfalt der Teilnehmenden. «Wir haben Busse aus ganz Europa – aus Italien, Frankreich, Skandinavien», erklärt mir Shahin Gobadi, Sprecher der iranischen Opposition. Menschen aller Altersgruppen tragen Plakate mit Bildern der im Iran Hingerichteten. Eine Frau in den Sechzigern, die seit 30 Jahren in München lebt, sagt mir mit Tränen in den Augen: «Diesmal ist es anders. Die Welt schaut endlich hin.»
Die Demonstration ist minutiös geplant. Auf einer großen Videoleinwand werden Bilder der Proteste im Iran gezeigt. Die Münchner Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, rechnet aber mit einem friedlichen Verlauf. Besonders bewegend ist der Auftritt von Angehörigen der über 750 Menschen, die bei den Freiheitsprotesten im Iran seit 2022 getötet wurden.
Als langjährige Berichterstatterin habe ich viele Proteste erlebt, aber selten eine solche Entschlossenheit gesehen. Diese Demonstration zeigt: Die iranische Diaspora hat eine starke Stimme gefunden. Die Frage bleibt: Wird der internationale Druck ausreichen, um echte Veränderungen im Iran zu bewirken? Die Menschen hier auf dem Königsplatz jedenfalls sind überzeugt: Ihr Protest wird in Teheran gehört.