In Essen trauern Menschen um einen 81-jährigen Rentner, der nach einem gewaltsamen Angriff durch zwei Jugendliche seinen Verletzungen erlag. Der Senior war am 12. November auf dem Heimweg vom Einkaufen, als die 14 und 15 Jahre alten Tatverdächtigen ihn im Stadtteil Borbeck attackierten. Drei Tage später verstarb das Opfer im Krankenhaus.
Die Polizei Essen bestätigte inzwischen, dass beide jugendlichen Tatverdächtigen in Untersuchungshaft sitzen. Sie sollen den Mann ohne erkennbaren Anlass angegriffen haben. «Die Ermittlungen deuten auf ein völlig sinnloses Gewaltverbrechen hin», erklärt Oberstaatsanwältin Sonja Hüppe. Der Hauptvorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.
Was mich bei dieser Tragödie besonders erschüttert: Der Vorfall ereignete sich mitten am Tag in einem belebten Wohngebiet. In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin beobachte ich eine zunehmende Verrohung bei manchen Jugendlichen. Gleichzeitig sehe ich in Essen viele engagierte junge Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen.
Die Anwohner in Borbeck sind fassungslos. «Er war ein freundlicher Mann, den hier jeder kannte», berichtet eine Nachbarin mit Tränen in den Augen. Viele haben Blumen und Kerzen am Tatort niedergelegt. Die Polizei wertet derzeit Videoaufnahmen aus und befragt weitere Zeugen.
Der Fall wirft unbequeme Fragen auf: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Jugendgewalt um? Brauchen wir mehr Prävention oder härtere Strafen? Die Antworten darauf werden in Essen und darüber hinaus heiß diskutiert werden müssen.