Article – Köln steht heute Abend wieder Kopf: Der Karnevalsfreitag 2026 läutet das närrische Wochenende ein. Die Domstadt erwartet über 200.000 Feiernde in den Straßen, Kneipen und Clubs. Nach der rekordverdächtigen Weiberfastnacht gestern – die Polizei meldete erstmals seit 2020 wieder mehr als eine Million Jecken – geht es nahtlos weiter mit dem fünften Hochamt kölscher Lebensfreude.
«Die Leute sind ausgehungert nach echtem Karneval», erklärt mir Bernd Stelter beim Pressegespräch im Gürzenich. Der Karnevalsbard beobachtet eine besondere Stimmung in diesem Jahr. «Nach den Corona-Jahren und den wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen die Menschen diese Ventiltage mehr denn je.»
Im Kölner Süden verwandelt sich das Kwartier Latäng in eine einzige Partymeile. Das «Bumann & Sohn» bietet ab 20 Uhr eine Mischung aus Schlagern und kölscher Musik, während im «Stadtgarten» DJ-Sets von lokalen Größen wie Björn Heuser die Tanzfläche füllen.
Die beliebte Kneipentour «Kölle Alaaf» verbindet wieder sechs Traditionslokale in der Altstadt. Für kurzfristig Entschlossene gibt es gute Nachrichten: Anders als im Vorjahr sind noch Restkarten für 25 Euro erhältlich.
Ich erinnere mich an vergangene Karnevalsfreitage, als ich für Reportagen bis in die frühen Morgenstunden unterwegs war. Die Mischung aus Ausgelassenheit und dem typisch kölschen «mer kenne uns, mer helfe uns» macht diesen Tag so besonders. Selbst in überfüllten Lokalen herrscht meist eine friedliche Atmosphäre.
Für Familien mit Kindern empfiehlt sich der Besuch des Karnevalsdorfes am Heumarkt. Dort gibt es bis 18 Uhr ein buntes Programm mit Puppentheater und Kinderschminken.
Der Abend könnte nass werden – Meteorologen sagen Nieselregen voraus. Aber wie man in Köln sagt: «Et hätt noch immer jot jejange.» Was auch kommen mag, die Jecken feiern weiter. Und morgen steht mit dem großen Geisterzug durch Ehrenfeld bereits der nächste Höhepunkt des kölschen Fastelovend bevor.