Karnevalsfreunde in Essen-Kupferdreh können wieder hoffen: Nach zwei Jahren Zwangspause soll der beliebte Tulpensonntagszug 2026 wieder durch den Stadtteil ziehen. Die langjährige Tradition, die vielen Essenern ans Herz gewachsen ist, stand auf der Kippe, nachdem der Veranstalter aus finanziellen Gründen aufgeben musste.
Die letzten beiden Umzüge in Kupferdreh fielen aus – Kostensteigerungen bei Sicherheitsmaßnahmen und fehlende ehrenamtliche Helfer machten den Organisatoren zu schaffen. «Wir standen vor einem Berg, der einfach zu hoch zum Überwinden war», erklärte Karl-Heinz Meier, ehemaliger Vorsitzender des Festkomitees.
Ein neues Team aus engagierten Bürgern und lokalen Unternehmern hat nun ein überarbeitetes Konzept entwickelt. Dieses setzt auf mehr Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft und ein schlankeres Organisationsmodell. «Unser Ziel ist es, die Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität zu sichern», sagt Martina Brandt, Sprecherin der neuen Initiative.
Als ich vor einigen Jahren den Kupferdreher Karnevalszug begleitete, war besonders die familiäre Atmosphäre beeindruckend. Anders als bei größeren Umzügen im Rheinland kennen sich hier viele Teilnehmer und Zuschauer persönlich – ein Stück Heimat in einer Zeit, wo regionale Traditionen oft verschwinden.
Die Stadt Essen hat bereits Unterstützung signalisiert. Für viele Kupferdreher geht es um mehr als nur einen Umzug – es geht um Zusammenhalt und Identität im Stadtteil. Ob das neue Konzept aufgeht, wird sich in der Planungsphase zeigen. Aber der Wille, diese Tradition zu retten, ist da – und das ist in Zeiten schwindender Vereinsstrukturen vielleicht die wichtigste Nachricht.