Die Straße der Republik in Dresden verwandelte sich heute Morgen zur Protestarena: Über dreißig Klimaaktivisten blockierten den Verkehr, forderten eine schnellere Wärmewende und prangerten die «fossile Politik» der Bundesregierung an. Laut Polizei begann die Aktion gegen 7:30 Uhr und sorgte für erhebliche Verkehrsbehinderungen im Berufsverkehr – ausgerechnet auf einer der wichtigsten Einfallstraßen der sächsischen Landeshauptstadt.
«Wir brauchen jetzt entschlossenes Handeln, nicht leere Versprechen», erklärte Anna Weiß (24), Sprecherin der Protestgruppe «Letzte Generation Dresden«. Die Aktivisten klebten sich teilweise auf der Fahrbahn fest und entrollten Banner mit Aufschriften wie «Weg von Öl und Gas». Einige Autofahrer reagierten mit Unverständnis, andere zeigten sich überraschend solidarisch. «Natürlich nervt der Stau, aber irgendwie haben die ja recht», sagte Anwohnerin Martina Krüger (56).
Nach meiner Beobachtung als langjährige Berichterstatterin hat sich die Protestkultur in Sachsen gewandelt. Waren es früher hauptsächlich Demonstrationen gegen Migration, rückt heute der Klimaschutz immer mehr in den Fokus. Die Dresdner Polizei löste die Blockade nach etwa zwei Stunden auf und nahm die Personalien der Beteiligten auf. Ein Sprecher des Energieversorgers DREWAG wollte die Aktion nicht kommentieren, betonte jedoch, dass Dresden bereits an einem «ambitionierten Wärmeplan» arbeite.
Die Proteste fallen in eine Zeit, in der Kommunen bundesweit an Wärmeplänen arbeiten müssen. Bis zum Sommer sollen in Dresden konkrete Pläne für den Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen vorliegen. Die Klimaaktivisten kündigten jedoch bereits weitere Aktionen an. Wie weit darf ziviler Ungehorsam gehen? Diese Frage bewegt die Stadtgesellschaft – und wird sie wohl noch lange beschäftigen.