Es gibt so Tage im Fußball, da ist alles möglich – selbst für einen Außenseiter wie den 1. FC Köln, der seit Saisonbeginn auf einen Sieg wartet. Als der FC am Freitagabend den großen FC Bayern München empfing, lag eine seltsame Spannung in der Luft. Die 50.000 Zuschauer im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion spürten es: Hier könnte etwas gehen.
Dabei sprachen die nackten Zahlen eine brutale Sprache. Die Kölner als Tabellen-Siebzehnter gegen den ungeschlagenen Rekordmeister, der mit fünf Siegen und einem Remis souverän die Tabelle anführt. Vincent Kompany hat die Bayern in Rekordzeit zu einer Pressing-Maschine geformt, die bisher alles überrollt. 22:5 Tore sprechen für sich.
Was in Köln dann passierte, war kein Fußballwunder – aber ein Statement. Die Mannschaft von Trainer Gerhard Struber zeigte Mut, Leidenschaft und taktische Disziplin. «Wir haben heute gesehen, dass wir auch gegen Top-Teams mithalten können, wenn wir unseren Plan konsequent umsetzen», erklärte Kölns Kapitän Florian Kainz nach dem Spiel.
Bemerkenswert war vor allem die defensive Stabilität der Kölner. Die Bayern-Stars um Harry Kane und Jamal Musiala, die normalerweise Abwehrreihen schwindelig spielen, fanden kaum Räume. Wenn doch, war da immer noch Marvin Schwäbe, der mit mehreren Glanzparaden zum Punktgewinn beitrug.
Was bleibt? Für die Bayern ein kleiner Dämpfer auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft. Für Köln dagegen könnte dieser Punkt gegen den Goliath der Liga der Wendepunkt in einer bisher frustrierenden Saison sein. In den Katakomben des Stadions war jedenfalls ein neues Selbstbewusstsein zu spüren. Der FC wird weiter kämpfen – jetzt mit der Gewissheit, dass selbst gegen die Größten etwas möglich ist.