In Berlin-Mitte hat die Polizei gestern Abend ein mutmaßliches Kokstaxi gestoppt – ein Phänomen, das seit Jahren Polizei und Stadtgesellschaft beschäftigt. Zwei Männer im Alter von 26 und 41 Jahren wurden festgenommen, als sie mit ihrem Fahrzeug auf der Invalidenstraße unterwegs waren. Laut Polizeibericht wurden bei der Kontrolle Drogen, Bargeld und Waffen gefunden.
Sogenannte Kokstaxis sind in Berlin längst keine Seltenheit mehr. «Was früher der Dealer an der Ecke war, ist heute oft ein Lieferservice per Smartphone», erklärt Kriminalhauptkommissar Michael Bergmann, der seit fünf Jahren im Bereich Drogendelikte arbeitet. Bei der gestrigen Festnahme fanden die Beamten rund 70 Gramm Kokain, 18 Ecstasy-Tabletten, 13 Gramm Cannabis sowie 2.500 Euro Bargeld in szenetypischer Stückelung.
Besonders alarmierend: Die Verdächtigen führten auch einen Teleskopschlagstock und ein Einhandmesser mit sich. «Die Bewaffnung der Drogenszene nimmt spürbar zu», bestätigt Bergmann. Dies erhöhe das Gewaltpotential und das Risiko für unbeteiligte Passanten erheblich.
Ich erinnere mich an eine ähnliche Razzia in Neukölln vor zwei Jahren, bei der ein vermeintlicher «Lieferservice» in einer ruhigen Wohnstraße aufflog. Damals waren die Anwohner schockiert, wie unauffällig der Handel direkt vor ihrer Haustür stattfand.
Die beiden Tatverdächtigen wurden nach erkennungsdienstlicher Behandlung der Staatsanwaltschaft überstellt. Ihnen drohen Anklagen wegen illegalen Drogenhandels und Verstößen gegen das Waffengesetz. Die Berliner Polizei kündigt an, den Druck auf die Drogenlieferdienste weiter zu erhöhen. Doch solange die Nachfrage besteht, wird es wohl immer neue Anbieter geben. Ein Ende des urbanen Drogenproblems ist nicht in Sicht.