Die Kölner Musterfamilie zahlt 2026 tiefer in die Tasche. Für eine vierköpfige Familie mit Eigenheim werden Wasser, Abfall und Grundsteuer deutlich teurer – insgesamt fast 230 Euro mehr pro Jahr. Besonders die Grundsteuer steigt um satte 100 Prozent. Was bedeutet das für den Alltag der rund 185.000 Familien in der Domstadt?
Als ich gestern mit Kathrin Schmidt (42) auf dem Weihnachtsmarkt am Dom sprach, spürte ich ihre Sorge: «Jeden Monat ein Zwanziger mehr – das klingt nicht viel, aber es kommt zu allem anderen dazu. Die Lebensmittel, die Heizung, alles wird teurer.» Die zweifache Mutter aus Ehrenfeld gehört zur Mittelschicht, die diese Erhöhungen besonders spürt.
Die Zahlen der Stadtverwaltung sprechen eine klare Sprache: Die Abwassergebühren steigen um 15 Prozent, die Müllabfuhr wird um 7 Prozent teurer. Am drastischsten aber ist die Verdoppelung der Grundsteuer. Finanzexperte Dr. Martin Weber von der Verbraucherzentrale NRW erklärt: «Die Stadt Köln hat nach jahrelangem Zögern nun alle Erhöhungen auf einmal beschlossen – das trifft Familien hart.»
Dabei sind viele Kölner Haushalte bereits finanziell angespannt. Eine aktuelle Umfrage der Stadtsparkasse zeigt: 38 Prozent der Kölner Familien haben schon jetzt Schwierigkeiten, mit ihrem Einkommen auszukommen.
Die Politik ist gespalten. Während Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Maßnahmen als «unvermeidlich für die Sanierung des Stadthaushalts» bezeichnet, kritisiert die Opposition das Tempo. «Man hätte die Bürger schrittweise belasten müssen», so ein Stadtrat der Grünen.
Für die Kölner heißt es nun: Ausgaben prüfen und eventuell umschichten. Immerhin: Kleine Erleichterungen gibt es durch das städtische Familienprogramm, das Vergünstigungen für Schwimmbäder und kulturelle Angebote bietet. Doch bleibt die Frage: Wie viel mehr können Familien noch schultern, bevor das Fass überläuft?