In Düsseldorf ging gestern ein aufsehenerregender Prozess zu Ende: Vier Männer wurden wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass sie über 13 Millionen Euro aus einem Krypto-Betrug gewaschen haben. Die Verurteilten hatten ein ausgeklügeltes System aufgebaut, um Geld von ahnungslosen Anlegern abzuschöpfen.
«Es war ein Schneeballsystem in modernster Form», erklärte der vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Die Täter lockten ihre Opfer mit vermeintlich lukrativen Kryptowährungsgeschäften, doch tatsächlich floss das Geld nur in ihre eigenen Taschen. Besonders perfide: Sie nutzten gefälschte Online-Plattformen, die täuschend echt aussahen und den Anlegern sogar fiktive Gewinne anzeigten.
Die Staatsanwaltschaft sprach von «einem der größten Krypto-Betrugsfälle der letzten Jahre in NRW». Über 1.200 Menschen aus ganz Deutschland wurden geschädigt, viele verloren ihre kompletten Ersparnisse. Eine Betroffene aus dem Rheinland berichtete im Prozess unter Tränen: «Ich habe meine gesamte Altersvorsorge von 65.000 Euro verloren.»
In meinen zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten ein so professionelles Betrugsnetzwerk gesehen. Als ich im Gerichtssaal saß, fiel mir auf, wie gewöhnlich die Angeklagten wirkten – junge Männer, die aussahen wie die netten Nachbarsjungs. Genau diese Harmlosigkeit machte sie so gefährlich.
Der Fall zeigt, wie verwundbar wir in der digitalen Finanzwelt sind. Während die Urteile zwischen dreieinhalb und fünf Jahren Haft liegen, bleibt die Frage: Wie können wir uns besser schützen? Die Polizei Düsseldorf hat mittlerweile eine Sondereinheit für Kryptokriminalität eingerichtet. Doch letztlich gilt bei allen vermeintlichen Traumrenditen der alte rheinische Grundsatz: «Wat de Buer net kennt, dat frisst he net.»