In Berlin wächst die Sorge um die Zukunft der Integrationskurse. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) plant für 2024 erhebliche Sparmaßnahmen im Bereich der Sprachförderung. Betroffen sind viele der rund 400 Berliner Bildungsträger, die Integrationskurse anbieten. Allein im vergangenen Jahr nahmen über 40.000 Menschen in der Hauptstadt an solchen Kursen teil.
Die geplanten Kürzungen treffen auf scharfe Kritik. «Diese Sparmaßnahmen gefährden die Integration tausender Menschen in unserer Stadt», warnt Sprachkursleiterin Monika Weber, die seit zwölf Jahren Deutsch unterrichtet. Die Träger befürchten, dass sie Kurse streichen, Personal entlassen oder ihre Qualitätsstandards senken müssen.
Besonders problematisch: Die Honorare für Lehrkräfte sollen nicht erhöht werden, obwohl die Lebenshaltungskosten in Berlin kontinuierlich steigen. «Viele meiner Kolleginnen und Kollegen können kaum von ihrer Arbeit leben, obwohl sie täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration leisten», erzählt Weber.
Auch der Berliner Senat zeigt sich besorgt. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe betonte kürzlich: «Wir brauchen mehr, nicht weniger Integrationskurse. Die Bundesregierung muss ihre Verantwortung wahrnehmen.» Aus meiner langjährigen Beobachtung der Integrationspolitik weiß ich: Sprachkenntnisse sind der Schlüssel für erfolgreiche Integration – bei Einsparungen an dieser Stelle zahlt die Gesellschaft später einen höheren Preis.
Während die Politik noch debattiert, stehen die Bildungsträger vor schwerwiegenden Entscheidungen. Ein Träger aus Neukölln hat bereits angekündigt, zum Jahresende mehrere Kurse zu streichen. Für die Menschen, die auf diese Angebote angewiesen sind, bedeutet das längere Wartezeiten und verzögerte Integration. Die Frage bleibt: Was ist uns gesellschaftlicher Zusammenhalt wert?