Die A10 im Brentenbergtunnel nahe Salzburg steht still. Seit den frühen Morgenstunden brennt dort ein Lastwagen. Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, während tausende Reisende festsitzen. Besonders bitter: Der Tunnel ist eine Hauptverbindung zwischen Deutschland und Italien. Über 70 Kilometer Stau haben sich bereits gebildet.
Was als normaler Mittwochmorgen begann, wurde schnell zum Albtraum für Pendler und Urlauber. Gegen 5:30 Uhr fing ein Sattelschlepper im Tunnel Feuer. «Die Brandursache ist noch unklar, aber die enormen Temperaturen haben die Tunneldecke stark beschädigt», berichtet Feuerwehrkommandant Josef Maier vor Ort. Die gute Nachricht: Der Fahrer konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Seit meiner Zeit in München erlebe ich regelmäßig, wie anfällig unsere Alpentransitrouten sind. Ein einziger Vorfall kann den gesamten Verkehrsfluss zum Erliegen bringen. Hier zeigt sich wieder einmal die Achillesferse unserer Infrastruktur.
Die Polizei rechnet mit einer Sperrung bis mindestens morgen Mittag. «Wir müssen erst die Statik des Tunnels prüfen, bevor wir ihn wieder freigeben können», erklärt Polizeisprecherin Maria Huber. Umleitungen sind eingerichtet, doch sie sind bereits überlastet.
Für Anwohner und Urlaubsregionen bedeutet der Vorfall einen herben Schlag. Salzburgs Tourismusverband schätzt den wirtschaftlichen Schaden auf mehrere hunderttausend Euro – pro Tag. Und während Experten längst bessere Sicherheitssysteme fordern, bleibt die Frage: Wie viele solcher Vorfälle braucht es noch, bis unsere Verkehrswege krisenfester werden?