Die Dortmunder Innenstadt erlebt eine Woche nach den schweren Ausschreitungen im Umfeld des BVB-Heimspiels gegen Bologna eine Rückkehr zur Normalität. Am Wochenende zogen tausende Familien durch die Fußgängerzone, während Polizeistreifen diskret Präsenz zeigten. Nach Angaben der Polizei wurden 26 Personen nach den gewaltsamen Zusammenstößen identifiziert, bei denen mehrere Schaufenster zu Bruch gingen.
«Diese gezielten Gewaltexzesse hatten nichts mit Fußball zu tun«, betont Oberbürgermeister Thomas Westphal bei einem Treffen mit Geschäftsleuten am Westenhellweg. Die Stadt und der BVB haben gemeinsam einen Nothilfefonds für betroffene Einzelhändler eingerichtet. Westphal kündigte zudem ein verschärftes Sicherheitskonzept für kommende Risikospiele an.
Für viele Dortmunder ist die Situation belastend. «Wir lieben unseren Verein, aber solche Krawalle beschädigen den Ruf unserer Stadt massiv«, sagt Kioskbesitzer Frank Meier, dessen Schaufenster bei den Ausschreitungen beschädigt wurde. Die Fanszene distanzierte sich in einem offenen Brief von den Gewalttätern.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten eine solch schnelle Solidarisierung einer Stadtgemeinschaft erlebt. Bereits am Tag nach den Krawallen halfen Freiwillige beim Aufräumen, lokale Handwerker boten kostenlose Reparaturen an.
Die Stadt plant nun einen «Tag des friedlichen Miteinanders» am kommenden Samstag mit kulturellem Programm in der Innenstadt. Derweil läuft die Aufarbeitung: Das Fanprojekt Dortmund hat Gespräche zwischen verschiedenen Fangruppen initiiert. Die entscheidende Frage bleibt: Wie kann Dortmund seine Willkommenskultur für Fußballfans bewahren und gleichzeitig solche Gewaltexzesse künftig verhindern?