In Berlin werden heute Tausende Frauen erwartet. Der Internationale Frauentag mobilisiert wie jedes Jahr. Diesmal stehen vor allem Gewalt gegen Frauen und ungleiche Bezahlung im Fokus.
Vor dem Roten Rathaus versammeln sich seit dem frühen Nachmittag Demonstrantinnen. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmerinnen allein bei der Hauptkundgebung. In der Hauptstadt sind insgesamt mehr als 40 Demonstrationen und Aktionen angemeldet worden. Das ist Rekord.
„Wir kämpfen für echte Gleichstellung, nicht nur auf dem Papier», sagt Maria Schneider vom Berliner Frauenbündnis. Die Zahlen geben ihr recht: Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt noch immer 18 Prozent weniger als Männer. Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt.
Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Berlinerinnen gesprochen. Was mich überrascht hat: Die Wut ist größer geworden. Gerade junge Frauen fühlen sich von der Politik nicht gehört. Sie wollen keine Symbolpolitik mehr. Sie fordern konkrete Maßnahmen.
Berlin ist übrigens das einzige Bundesland, in dem der 8. März ein gesetzlicher Feiertag ist. Seit 2019 ist das so. Diese Entscheidung war damals umstritten. Heute sehen viele darin ein wichtiges Signal.
„Der Frauentag muss jeden Tag sein, nicht nur einmal im Jahr», fordert die Gleichstellungsbeauftragte Saraya Gomis. Sie hat recht. Aber solange die Realität anders aussieht, braucht es diesen Tag als Mahnung.
Die Demonstrationen ziehen sich durch die ganze Stadt. Vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor. Die Stimmung ist laut, entschlossen und friedlich. Weitere Informationen gibt es beim Berliner Senat.
Bleibt die Frage: Wann wird aus Solidarität endlich echte Gleichberechtigung?