Nach monatelanger Unterbrechung ist der beliebte Marktbus E64 in Essen-Steele wieder unterwegs. Seit gestern verbindet die Linie wieder die Stadtteile Kaiser-Wilhelm-Park, Hallo und Freisenbruch mit dem Steeler Markt. Besonders für ältere Menschen und Marktbesucher ohne Auto ist dies eine wichtige Nachricht. Fast 40 Prozent der Steeler Bürger über 65 Jahre nutzen den Bus regelmäßig, wie eine Umfrage der Bürgerinitiative «Mobiles Steele» ergab.
«Wir sind erleichtert, dass die Ruhrbahn unsere Forderungen endlich umgesetzt hat», sagt Margarete Weber vom Seniorenbeirat Essen. Die 73-Jährige hatte sich monatelang für die Wiedereinführung eingesetzt. Der E64 fährt nun dienstags und freitags – den traditionellen Markttagen – zwischen 8 und 13 Uhr im Stundentakt.
Die Bedeutung des Busses geht weit über den Transport hinaus. Für viele Steeler ist der Marktbesuch ein wichtiges soziales Ereignis. «Der Bus bringt nicht nur Menschen zum Markt, er erhält Selbstständigkeit und soziale Teilhabe», erklärt Verkehrsplaner Thomas Müller von der Ruhrbahn.
Ich beobachte seit Jahren, wie der Steeler Markt als sozialer Treffpunkt funktioniert. An der Haltestelle Kaiser-Wilhelm-Park steigen heute schon Stammgäste ein, die sich lautstark über die Rückkehr ihres Busses freuen. Die kleinen gelben Busse sind mehr als ein Verkehrsmittel – sie sind ein Stück Stadtteilkultur.
Die Finanzierung bleibt allerdings nur bis Ende des Jahres gesichert. Ab Januar soll ein Evaluierungsverfahren über die Zukunft des E64 entscheiden. Entscheidend werden die Fahrgastzahlen sein.
Für die Zukunft des Steeler Marktes und seiner Besucher bleibt zu hoffen, dass genügend Menschen den wiedergewonnenen Service nutzen. Denn Mobilität bedeutet letztlich mehr als Fortbewegung – sie ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben im Alter.