In Dresden haben heute über 10.000 Menschen eine Menschenkette rund um die Altstadt gebildet, um an die Zerstörung der Stadt durch alliierte Luftangriffe vor 79 Jahren zu erinnern. Am 13. Februar 1945 verwandelten britische und amerikanische Bomber die sächsische Barockstadt in ein Flammenmeer. Bis zu 25.000 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Dresdens Oberbürgermeister Hilbert mahnte bei der Gedenkveranstaltung, Geschichte dürfe nicht instrumentalisiert werden. «Wir stehen heute hier, weil wir die Erinnerung an die Opfer wachhalten wollen, ohne den historischen Kontext zu vergessen«, sagte er vor den Teilnehmenden. Der symbolische Ring der Menschenkette sollte die Stadt vor Hass und Gewalt schützen.
An der Frauenkirche legten Bürger weiße Rosen nieder – ein bewegender Anblick, der mich jedes Jahr aufs Neue berührt. Als ich vor einigen Jahren für eine Reportage in Dresden war, erzählte mir eine 93-jährige Zeitzeugin: «Ich höre die Sirenen manchmal noch im Schlaf.«
Die Erinnerungskultur in Dresden bleibt ein Balanceakt. Rechtsextreme Gruppen haben in der Vergangenheit wiederholt versucht, das Gedenken für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dem traten heute zahlreiche friedliche Gegendemonstranten entgegen. Die Polizei meldete vereinzelte Störversuche, aber keine größeren Zwischenfälle.
Die Stadt ringt weiterhin um den richtigen Umgang mit ihrer Geschichte. Der Jahrestag der Zerstörung bleibt dabei nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch ein Anlass zum Nachdenken über die Folgen von Krieg und Extremismus in unserer heutigen Zeit.