Eine 39-jährige Frau steht im Verdacht, in Gronau (NRW) am vergangenen Mittwoch zwei Menschen mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Die Polizei Münster nahm die Frau bereits am Freitagmorgen fest, nachdem intensive Ermittlungen und Zeugenaussagen die Ermittler auf ihre Spur gebracht hatten. Der Angriff ereignete sich im Bereich Kurfürstenstraße/Wilhelmstraße, wo zwei Männer im Alter von 19 und 32 Jahren durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt wurden.
Die mutmaßliche Täterin befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft könnte der Angriff im Drogenmilieu stattgefunden haben. «Die Frau schweigt bisher zu den Vorwürfen, aber die Beweislage ist erdrückend», erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt gegenüber der Presse. Mehrere Zeugen hätten die Frau am Tatort gesehen.
Als ich vor Jahren in ähnlichen Fällen in Baden-Württemberg recherchierte, zeigten sich oft ähnliche Muster: Schnelle Festnahmen gelingen meist durch aufmerksame Zeugen und akribische Polizeiarbeit. In Gronau sicherte die Mordkommission «Messer» unter Leitung von Frank Schneemann umfangreiches Beweismaterial. Besonders wichtig waren die Aussagen von Passanten, die den Vorfall beobachteten.
Die beiden Opfer befinden sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Der Fall hat in der Grenzstadt zu den Niederlanden für Verunsicherung gesorgt. Während die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen noch laufen, zeigt dieser Vorfall einmal mehr, wie Konflikte im Drogenmilieu zunehmend mit extremer Gewalt ausgetragen werden. Die Frage bleibt: Wie kann die Gesellschaft präventiv gegen solche Gewaltspiralen vorgehen?