Article – Die schreckliche Messerattacke im Hamburger Linienbus 7 vom Oktober 2023 hat jetzt ein juristisches Nachspiel gefunden. Das Landgericht Hamburg verurteilte den 35-jährigen Täter zu einer unbefristeten Unterbringung in der Psychiatrie. Der Mann hatte einen 68-jährigen Fahrgast mit einem Messer schwer verletzt und anschließend noch zwei Polizisten attackiert.
Was mich bei der Prozessbeobachtung besonders erschütterte: Die Tat geschah völlig unvermittelt. Der Angreifer und sein Opfer kannten sich nicht, es gab keinerlei Streit. Gutachter bestätigten im Verfahren eine paranoide Schizophrenie beim Täter. Er hatte offenbar Stimmen gehört, die ihm die Tat befahlen.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich immer wieder erlebt, wie psychisch kranke Menschen ohne ausreichende Behandlung in solche extremen Situationen geraten. «Der Beschuldigte war zum Tatzeitpunkt nicht in der Lage, das Unrecht seines Handelns einzusehen«, erklärte die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung.
Besonders betroffen macht das Schicksal des schwerverletzten Seniors. Der Mann überlebte nur dank des schnellen Eingreifens von Ersthelfern und Notärzten. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wird er vermutlich lebenslang unter den Folgen der Attacke leiden.
Diese Tat wirft erneut die Frage auf, wie unsere Gesellschaft psychisch kranke Menschen besser unterstützen kann. Präventionsexperten fordern seit Jahren niedrigschwelligere Hilfsangebote. Der Fall zeigt einmal mehr: Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr bleibt ein hochaktuelles Thema, das uns alle betrifft.