Die Hauptstadt wird zu einem digitalen Verkehrslabor. Berlin und Hamburg werden die ersten Modellregionen für intelligente Mobilität in Deutschland. Mit einer heutigen Unterzeichnung besiegelten Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Bundesverkehrsminister Volker Wissing die Zusammenarbeit, die bis 2026 mit 45 Millionen Euro gefördert wird.
Auf Berlins Straßen soll künftig erprobt werden, wie digitale Technologien den Verkehr sicherer und effizienter machen können. Im Fokus steht vor allem die Vernetzung zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern – vom Auto über den ÖPNV bis hin zu Radfahrern und Fußgängern.
«Wir wollen zeigen, dass Digitalisierung im Verkehr konkret beim Menschen ankommt und nicht nur eine abstrakte Idee bleibt», erklärte Giffey bei der Unterzeichnung. Die Projekte sollen unter anderem automatisierte Shuttle-Busse in Randgebieten umfassen, wo regulärer ÖPNV schwer rentabel ist. Auch eine verbesserte Ampelsteuerung, die den Verkehrsfluss optimiert, gehört zu den geplanten Maßnahmen.
Besonders spannend: In Berliner Testgebieten sollen Fahrzeuge künftig miteinander und mit der Infrastruktur kommunizieren. «Wenn ein Auto eine Gefahrenstelle erkennt, kann es andere Verkehrsteilnehmer unmittelbar warnen», erläuterte ein beteiligter Verkehrsingenieur.
Ich beobachte seit Jahren, wie gerade in Berlins verstopften Innenstadtbezirken die Stimmung zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern angespannt ist. Diese Projekte könnten erstmals technische Lösungen für ein besseres Miteinander bieten.
Die Erkenntnisse aus Berlin und Hamburg sollen später bundesweit zum Einsatz kommen. Ob die neue Technik tatsächlich den Verkehrsinfarkt in Großstädten lösen kann, bleibt abzuwarten. Aber zumindest wagt Deutschland nun den überfälligen Schritt ins Zeitalter der vernetzten Mobilität.