Die Hoffeldstraße in Düsseldorf-Flingern bleibt ein Konfliktherd. Seit Jahren streiten Anwohner, Investoren und die Stadt über die Bebauung eines Grundstücks, das viele als grüne Oase im dicht besiedelten Stadtteil schätzen. Der aktuelle Entwurf sieht nun 120 Wohnungen vor – deutlich weniger als ursprünglich geplant. Dennoch formiert sich weiter Widerstand.
«Die Pläne bleiben eine Zumutung für unser Viertel«, sagt Anwohnerin Sabine Kleist, die ich auf dem Weg zum Ortstermin treffe. Wie viele ihrer Nachbarn befürchtet sie, dass die mehrgeschossigen Gebäude das Mikroklima beeinträchtigen und die Verkehrssituation verschärfen könnten.
Die Geschichte des Grundstücks ist typisch für Entwicklungen in deutschen Großstädten. Wo einst Gärtnereien und kleine Werkstätten standen, soll nun verdichteter Wohnraum entstehen. Der Investor hat seine ursprünglichen Pläne nach Bürgerprotesten mehrfach angepasst. Statt der anfangs geplanten 200 Wohneinheiten sind es nun 120, zudem wurde mehr Grünfläche vorgesehen.
«Wir brauchen dringend Wohnraum in Düsseldorf», betont Stadtplaner Thomas Weber. «Gleichzeitig müssen wir die Lebensqualität der bestehenden Quartiere erhalten.» Ein Spagat, den viele Städte derzeit versuchen.
Die Bürgerinitiative «Grünes Flingern» sammelte bereits über 2000 Unterschriften gegen das Projekt. Als ich vor Ort recherchierte, wurde deutlich: Die Spaltung geht tief. Während ältere Anwohner um ihre ruhige Nachbarschaft fürchten, sehen junge Familien dringend benötigte Wohnungen.
Kommende Woche entscheidet der Bauausschuss über die nächsten Schritte. Ob ein Kompromiss möglich ist, bleibt fraglich. In Zeiten von Wohnungsknappheit und Klimaschutz spiegelt der Konflikt an der Hoffeldstraße die Herausforderungen wider, vor denen viele Städte stehen. Die Frage bleibt: Wie viel Veränderung verträgt ein gewachsenes Viertel?