In München zeichnet sich ein bedeutender Schritt gegen die Wohnungsnot ab. Der Stadtrat hat gestern mit breiter Mehrheit ein Maßnahmenpaket beschlossen, das den Bau von über 5.000 neuen Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen ermöglichen soll. Allein im Münchner Norden entstehen 1.700 Wohneinheiten, weitere Projekte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet.
«Wir schaffen endlich wieder Bewegung auf dem angespannten Wohnungsmarkt», erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter bei der Abstimmung. Für mich als Beobachterin der Münchner Stadtpolitik ist diese Entscheidung bemerkenswert – selten sah ich in den vergangenen Jahren eine so große Einigkeit über Parteigrenzen hinweg.
Besonders hervorzuheben sind die geplanten Nachverdichtungen im Hasenbergl und in Pasing, wo insgesamt 2.300 Wohnungen entstehen sollen. Etwa 40 Prozent davon werden als geförderter Wohnraum konzipiert, mit Mietpreisen deutlich unter dem Münchner Durchschnitt. Wohnbauexpertin Prof. Heike Schmidt vom Institut für Stadtentwicklung betont: «Diese Mischung aus freifinanzierten und geförderten Wohnungen ist der richtige Weg, um soziale Durchmischung zu fördern.»
Beim Gang durch die betroffenen Viertel spüre ich bei Gesprächen mit Anwohnern durchaus gemischte Gefühle. «Natürlich brauchen wir Wohnungen, aber ob die Infrastruktur mithält?», fragt Anwohnerin Maria Berger (57) aus Pasing skeptisch.
Die Stadt hat darauf reagiert und parallel zum Wohnungsbau den Ausbau von Kitas, Schulen und Nahverkehr beschlossen. Die Umsetzung der ersten Projekte soll bereits Anfang 2025 beginnen. Ob dies den Mietpreisanstieg in der Landeshauptstadt wirklich bremsen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: München bewegt sich – wenn auch spät.