Der Schnee hat Berlin und Brandenburg fest im Griff: Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee sind seit gestern Abend in der Region gefallen. Was Kinder und Wintersportfans jubeln lässt, sorgt auf den Straßen für erhebliche Probleme. Allein in Berlin zählte die Polizei seit Mitternacht über 150 Unfälle. Besonders die Stadtautobahnen und Bundesstraßen waren heute Morgen teilweise nur einspurig befahrbar.
Trotz Dauereinsatz der Räumfahrzeuge kämpfen Autofahrer und Fußgänger mit den Schneemassen. «Unsere Mitarbeiter sind seit 3 Uhr morgens im Einsatz, aber bei anhaltendem Schneefall kommen wir kaum hinterher», erklärt Stefan Müller von der Berliner Stadtreinigung. Auf dem S-Bahnring kam es zu erheblichen Verspätungen, mehrere Buslinien stellten ihren Betrieb zeitweise ein.
In den Parks der Hauptstadt hingegen herrscht ausgelassene Stimmung. Hunderte Berliner nutzen die weiße Pracht für Schneeballschlachten und Rodelpartien. Im Volkspark Friedrichshain ziehen Eltern ihre Kinder auf Schlitten durch die verschneite Landschaft, während sich am Teufelsberg die Snowboarder versammeln.
Selbst in meinen fast 20 Jahren als Reporterin habe ich selten eine solch plötzliche Verwandlung der Stadt erlebt. Gestern noch grau und trist, heute eine märchenhafte Winterlandschaft – wenn auch mit praktischen Herausforderungen.
Der Deutsche Wetterdienst kündigt bereits die nächste Kaltfront an. «Ab morgen Nachmittag erwarten wir weitere 5 bis 8 Zentimeter Neuschnee und Temperaturen bis minus 7 Grad», warnt Meteorologin Jana Schmidt. Die Berliner sollten sich auf anhaltende Winterverhältnisse einstellen – und vielleicht öfter mal die U-Bahn nehmen.
Während der Schnee für Verkehrsprobleme sorgt, schenkt er der Stadt eine seltene Winteratmosphäre. Vielleicht lohnt es sich, die Unannehmlichkeiten zu ertragen – für den Anblick eines verschneiten Brandenburger Tors.