Die Champions League ist gnadenlos – das musste auch Borussia Dortmund beim 0:2 gegen Tottenham Hotspur erfahren. BVB-Trainer Niko Kovac wirkte nach dem Spiel merklich angefasst, aber nicht völlig überrascht. «In der Bundesliga verteidigen wir besser», erklärte er am Mikrofon mit einer Mischung aus Enttäuschung und Realismus.
Es war ein Abend der verpassten Chancen für die Schwarz-Gelben. Während der BVB in den ersten 30 Minuten noch dominierte und mehrere gute Möglichkeiten hatte, nutzte Tottenham seine wenigen Chancen eiskalt. Besonders die defensive Stabilität, die den Dortmundern in der Bundesliga oft Sicherheit gibt, zeigte in London bedenkliche Risse. «Auf diesem Niveau wird jeder Fehler bestraft«, analysierte Kovac treffend. «Wir hatten unsere Momente, aber internationale Spiele entscheiden sich in den Strafräumen.»
Die Statistik gibt ihm recht: Mit nur zwei Torschüssen erzielten die Spurs zwei Treffer – eine brutale Effizienz, die den Unterschied machte. Kapitän Emre Can sprach nach dem Spiel von «zu naivem Verhalten» und forderte mehr Cleverness auf internationaler Bühne. Auch Sportdirektor Sebastian Kehl sah es ähnlich: «Wir müssen in solchen Spielen über die volle Distanz konzentriert bleiben.»
Die Niederlage wirft Fragen auf: Ist der Kader für beide Wettbewerbe stark genug? Kann Kovac die Balance zwischen nationaler und internationaler Bühne finden? In den kommenden Wochen muss der BVB Antworten liefern – zunächst in der Bundesliga gegen Wolfsburg, bevor es in der Champions League gegen Sturm Graz weitergeht. Der schmale Grat zwischen nationaler Stärke und internationaler Wettbewerbsfähigkeit bleibt Dortmunds größte Herausforderung.