Die Stadt Hamburg bereitet sich auf ein außergewöhnliches Großereignis vor: Am Montag treffen sich die Regierungschefs der Nordsee-Anrainerstaaten zum internationalen Nordseegipfel. Was viele Hamburger direkt betrifft: Bis Dienstagabend kommt es zu umfangreichen Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt. Laut Polizei werden rund um das Gipfelgelände am Dammtor temporäre Sicherheitszonen eingerichtet.
Die Sperrungen betreffen besonders den Bereich um das Grand Elysée Hotel und das Hamburger Rathaus. Hauptverkehrsadern wie die Rothenbaumchaussee und Edmund-Siemers-Allee werden zeitweise komplett gesperrt. Ich habe heute Vormittag selbst beobachtet, wie Polizeifahrzeuge bereits Absperrgitter in Stellung bringen und erste Umleitungen ausgeschildert werden.
«Wir empfehlen allen Bürgern, den Innenstadtbereich weiträumig zu umfahren und auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen», erklärt Polizeisprecher Florian Weber. Der HVV verstärkt während des Gipfels sein Angebot auf zentralen Linien, einige Bushaltestellen entfallen jedoch temporär.
Auch der Luftraum über Hamburg wird teilweise zum Sperrgebiet. Die Deutsche Flugsicherung hat ein Flugverbot für Drohnen im Umkreis von fünf Kilometern um die Veranstaltungsorte verhängt. Für den Flughafen Hamburg sind laut Betreiber jedoch keine größeren Einschränkungen zu erwarten.
Die Hoteliers der Stadt profitieren hingegen vom Gipfel. «Wir sind vollständig ausgebucht, nicht nur mit Delegationsmitgliedern, sondern auch mit Journalisten und Sicherheitspersonal», berichtet Carsten Schmidt vom Hotelverband Hamburg.
Der Nordseegipfel bringt neben Verkehrsbehinderungen aber auch wichtige politische Entscheidungen nach Hamburg. Es geht um nichts weniger als die Zukunft unserer Nordsee – vom Klimaschutz bis zur Energiewende. Für uns Hamburger bedeutet das: zwei Tage Geduld im Straßenverkehr, damit unsere Stadt erneut zeigen kann, dass sie ein würdiger Ort für internationale Politik ist. Wie ein Taxifahrer mir heute sagte: «Erst ärgert man sich, dann ist man doch ein bisschen stolz.»