In Hamburg zeichnet sich eine Mehrheit für eine mögliche Olympia-Bewerbung ab. Eine aktuelle Umfrage der Meinungsforscher von INSA zeigt: 50 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger unterstützen eine erneute Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036. Nur 31 Prozent lehnen das Vorhaben ab, weitere 19 Prozent sind noch unentschlossen.
Die Debatte um Olympia in der Hansestadt erhält damit neuen Schwung. Vor acht Jahren scheiterte eine ähnliche Initiative noch am Widerstand der Bevölkerung – 51,6 Prozent stimmten damals gegen die Bewerbung für die Sommerspiele 2024. Doch die Zeiten haben sich offenbar geändert.
«Hamburg bietet ideale Voraussetzungen für nachhaltige Olympische Spiele», erklärt Sportsenator Andy Grote. Die vorhandene Infrastruktur könnte größtenteils genutzt werden, teure Neubauten seien kaum nötig. Die Elbphilharmonie als möglicher Austragungsort für die Eröffnungsfeier steht bereits.
Bei meinen Gesprächen mit Bürgern in der HafenCity spüre ich diese Veränderung deutlich. «Wir sind jetzt besser vorbereitet als beim letzten Mal», sagt Anwohnerin Marie Schulz (42). «Mit der U5 und anderen Projekten würden wir ohnehin in die richtige Richtung investieren.»
Kritiker warnen allerdings vor den Kosten. Der BUND Hamburg erinnert an die ursprünglich veranschlagten 11,2 Milliarden Euro für die letzte Bewerbung und befürchtet deutlich höhere tatsächliche Ausgaben.
Was bleibt, ist die Chance für Hamburg, sich als weltoffene Sportmetropole zu positionieren. In den kommenden Monaten will der Senat die Bürger intensiver einbeziehen. Ob aus dem olympischen Traum diesmal Wirklichkeit wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob Hamburg aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Mein Eindruck nach fast zwei Jahrzehnten Berichterstattung: Die Stadt ist reifer für diese Entscheidung als noch 2015.