Bei einem dramatischen Einsatz in Oppenweiler (Baden-Württemberg) kam es am Sonntagabend zu einem gefährlichen Zwischenfall: Ein Treppenhaus stürzte während eines Notfalleinsatzes teilweise ein. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter vier Rettungskräfte. Die Einsatzkräfte wollten ursprünglich einen 28-jährigen Mann versorgen, der medizinische Hilfe benötigte.
Was als routinemäßiger Einsatz begann, verwandelte sich in Sekunden in einen Alptraum. Als die Helfer den Patienten gerade die Treppe hinuntertragen wollten, brach plötzlich ein Teil des Treppenhauses zusammen. «Der Knall war in der ganzen Nachbarschaft zu hören», berichtet ein Anwohner. Die Verletzten wurden umgehend in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Die Polizei Aalen bestätigte, dass neben dem ursprünglichen Patienten auch sein Begleiter und vier Rettungskräfte verletzt wurden. Zum Glück erlitt niemand lebensgefährliche Verletzungen. Besonders beeindruckend: Trotz ihrer eigenen Verletzungen kümmerten sich die Sanitäter weiter um den Patienten, für den sie ursprünglich gerufen wurden.
Ich habe in meinen Jahren als Reporterin viele Rettungseinsätze begleitet, aber selten eine solche Professionalität unter widrigsten Umständen erlebt. Die Einsatzkräfte setzten ihre Arbeit fort, obwohl sie selbst Hilfe benötigt hätten.
Die Ursache für den Einsturz ist noch unklar. Experten des Baurechtsamts haben die Untersuchungen aufgenommen. Das betroffene Gebäude wurde vorerst für unbewohnbar erklärt. Die Gemeinde Oppenweiler hat für die betroffenen Bewohner Notunterkünfte organisiert.
Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit älterer Gebäude auf. Wie viele Häuser in unseren Gemeinden könnten ähnliche verborgene Mängel aufweisen? Manchmal braucht es leider erst einen Unfall, um notwendige Überprüfungen in Gang zu setzen.