In Osnabrücks Innenstadt herrschte gestern ausgelassene Stimmung beim traditionellen Ossensamstag. Trotz der zunächst regnerischen Prognose zogen mehr als 80 Karnevalsgruppen mit bunten Kostümen und fantasievollen Wagen durch die Stadt. Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher säumten die Straßen – deutlich mehr als im Vorjahr, als ein Sturmtief den Umzug fast zum Erliegen gebracht hatte.
Die Narren starteten pünktlich um 14 Uhr am Rathausplatz. Besonders eindrucksvoll präsentierte sich der Wagen der Karnevalsgesellschaft «Piesberger Ritter», die mit ihrem 25-jährigen Jubiläum eines der Highlights bildeten. «Der Karneval gehört zu Osnabrück wie der Dom und die Friedensreiter», betonte Oberbürgermeister Klaus Schwarz, der in einer auffälligen Pappnase den Umzug anführte.
Als ich vor Jahren zum ersten Mal über den Ossensamstag berichtete, war er noch deutlich kleiner. Heute ist er nicht mehr aus dem Stadtleben wegzudenken. Besonders die vielen Kinder fallen mir auf – mit glänzenden Augen sammeln sie die geworfenen Süßigkeiten.
Die Schützenvereine aus den umliegenden Gemeinden waren mit über 200 Mitgliedern vertreten. «Wir stehen für Tradition, aber nehmen uns dabei nicht zu ernst», erklärte Schützenkönig Peter Müller, während er großzügig Kamelle in die Menge warf.
Für Aufsehen sorgte eine Gruppe junger Klimaaktivisten, die mit einem satirischen Wagen teilnahm und so zeigte, dass der Karneval auch Platz für gesellschaftliche Themen bietet. Der nächste Ossensamstag 2027 wirft bereits seine Schatten voraus – die Planungen laufen auf Hochtouren. Wird er den diesjährigen Erfolg noch übertreffen können?