In Dortmund hat der Streit um einen Parkplatz an der Rheinischen Straße nun juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl gegen einen 27-jährigen Mann, der im Februar einen älteren Autofahrer attackiert haben soll. Das Amtsgericht hat dem Antrag stattgegeben. Die Aufnahmen des Vorfalls, die in sozialen Medien kursierten, zeigten die erschreckende Eskalation eines alltäglichen Konflikts.
Der junge Mann muss sich wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er zunächst die Autotür des Seniors zugeschlagen haben – während dieser noch halb im Wagen saß. Anschließend schlug er auf die Windschutzscheibe ein und beschädigte diese. «Solche Aggressionsdelikte im Straßenverkehr nehmen wir sehr ernst», betont Staatsanwältin Maribel Andersson.
Der betroffene 69-jährige Dortmunder erlitt leichte Verletzungen. Er berichtet: «Ich wollte gerade einparken, als der junge Mann plötzlich ausrastete. Es ging alles so schnell.» Die Polizei konnte den Tatverdächtigen dank der Videoaufnahmen schnell identifizieren.
Als ich vor einigen Jahren über Verkehrskonflikte in Baden-Württemberg berichtete, war das Muster ähnlich – kleine Missverständnisse, die in überzogener Wut enden. Experten sehen einen Zusammenhang mit steigendem Parkdruck in Innenstädten.
Sollte der Beschuldigte den Strafbefehl akzeptieren, gilt er als vorbestraft. Falls nicht, kommt es zum öffentlichen Prozess. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Frage, warum scheinbar banale Alltagskonflikte immer häufiger eskalieren. Vielleicht brauchen wir nicht nur mehr Parkplätze, sondern auch mehr Gelassenheit im Umgang miteinander.