Die angekündigte Anpassung der Pendlerpauschale sorgt bei Millionen Berufspendlern in Deutschland für Unsicherheit. Ab 2026 soll die Entfernungspauschale von derzeit 30 Cent pro Kilometer erst ab dem 21. Entfernungskilometer gelten – für die ersten 20 Kilometer gibt es dann nichts mehr. Eine Änderung, die vor allem Menschen im ländlichen Raum trifft.
«Für meine Nachbarin in Schwabing macht das kaum einen Unterschied, sie radelt zur Arbeit. Aber wenn ich durch Baden-Württemberg fahre, treffe ich immer wieder Menschen, die 30, 40 Kilometer zur Arbeit pendeln müssen», erzählte mir gestern ein Kollege aus der Wirtschaftsredaktion. Die Zahlen geben ihm recht: Über 19 Millionen Beschäftigte in Deutschland pendeln täglich zur Arbeit.
Finanzminister Christian Lindner verteidigt die Maßnahme: «Wir müssen unsere klimapolitischen Ziele mit wirtschaftlicher Vernunft verbinden.» Gleichzeitig erklärt das Ministerium, dass man die Einsparungen für andere Entlastungen nutzen wolle. Wer genau profitiert, bleibt jedoch unklar.
Besonders problematisch wird die Änderung für Menschen in Regionen mit schwachem öffentlichen Nahverkehr. Eine Umfrage des ADAC zeigt: 68 Prozent der Pendler sehen keine Alternative zum eigenen Auto. In meinen Gesprächen mit Betroffenen in ländlichen Gemeinden bei München höre ich immer wieder denselben Satz: «Ohne Auto geht hier gar nichts.»
Die Debatte zeigt einmal mehr die Kluft zwischen Stadt und Land, zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Realität. Werden Pendler die Verlierer der Verkehrswende? Diese Frage wird uns in den kommenden Monaten begleiten. Die Antwort darauf könnte entscheidend für den sozialen Frieden in der Republik sein.