In Hamburg müssen Pflegebedürftige seit Januar durchschnittlich 2.753 Euro monatlich aus eigener Tasche für einen Heimplatz bezahlen. Das sind 340 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Die Kostensteigerung von 14,1 Prozent liegt damit deutlich über der allgemeinen Inflation und trifft viele Familien hart.
Auf meinen Recherchewegen durch Hamburger Pflegeeinrichtungen begegne ich immer häufiger verzweifelten Angehörigen. «Wir wissen nicht mehr, wie wir das stemmen sollen», erklärt mir Margit Schneider (68), deren Mutter seit zwei Jahren in einem Heim in Barmbek lebt. «Die Rente reicht längst nicht mehr, jetzt müssen wir monatlich zuzahlen.»
Die Gründe für den rasanten Anstieg sind vielschichtig. Neben gestiegenen Personalkosten durch Tariferhöhungen schlagen auch die allgemeine Inflation und höhere Energiekosten zu Buche. «Die Kostendynamik im Pflegebereich ist besorgniserregend», bestätigt Professor Martin Staats vom Pflegeforschungsinstitut Hamburg.
Besonders beunruhigend: Hamburg liegt mit seinen Pflegekosten bundesweit auf dem dritten Platz – nur in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zahlen Betroffene noch mehr. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt fallen durchschnittlich nur 2.013 Euro an.
Die Pflegekassen übernehmen zwar pauschal bis zu 1.775 Euro, doch die Lücke müssen Betroffene selbst schließen. Wer das nicht kann, landet in der «Sozialhilfe-Falle» – ein würdeloser Zustand, wie mir viele Senioren in Gesprächen anvertrauen.
Experten sehen keine Trendwende. Ohne grundlegende Reformen werden die Kosten weiter steigen. Die zentrale Frage bleibt: Wie wollen wir als Gesellschaft mit unseren Pflegebedürftigen umgehen? Die Antwort darauf sind wir ihnen schuldig.