Die Straßen werden leerer, zumindest was Neuwagen betrifft. In Hamburg gehen die Pkw-Neuzulassungen weiter zurück. Im ersten Quartal 2024 wurden nur 7.800 neue Fahrzeuge zugelassen – ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig: Fast jeder dritte Neuwagen fährt jetzt elektrisch oder hybrid. «Der Trend zum umweltbewussten Fahren setzt sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten fort», sagt Verkehrsexperte Michael Westhoff.
Die Zahlen spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Viele Hamburgerinnen und Hamburger zögern mit dem Autokauf. Wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Energiepreise und gestiegene Lebenshaltungskosten bremsen die Kauflaune. Dazu kommen lange Lieferzeiten bei einigen Modellen. «Die Menschen überlegen heute zweimal, ob sie wirklich ein neues Auto brauchen», erklärt Sandra Klein vom Hamburger Automobilverband.
Besonders betroffen sind Verbrenner mit hohem Verbrauch. Ihr Anteil sank um 15 Prozent. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach alternativen Antrieben. Elektroautos machen mittlerweile 18 Prozent aller Neuzulassungen aus, Hybridfahrzeuge sogar 24 Prozent. Das hat Auswirkungen auf das Stadtbild: An immer mehr Straßenecken entstehen Ladesäulen, die das neue Mobilitätsverhalten unterstützen.
Bei meinen Gesprächen mit Hamburger Autohäusern höre ich immer wieder: Die Kundschaft wird anspruchsvoller. «Die Leute informieren sich besser, vergleichen genauer und entscheiden langsamer», sagt ein Verkaufsleiter aus Altona, der seit 30 Jahren im Geschäft ist.
Experten erwarten, dass der Trend anhält. Die Mobilitätswende in der Hansestadt schreitet voran – weniger und umweltfreundlichere Autos, mehr ÖPNV und Fahrräder. Für die Autobranche bedeutet das: umdenken oder untergehen. Wer heute noch auf Spritschlucker setzt, hat schlechte Karten. Die Frage bleibt: Ist weniger mehr – auch auf Hamburgs Straßen?