Der Himmel über Dortmund leuchtete in der vergangenen Nacht in spektakulären Rot- und Pinktönen. Tausende Dortmunder staunten über das seltene Naturschauspiel der Polarlichter, das gegen 22 Uhr am Nachthimmel sichtbar wurde. Nach einer starken Sonneneruption am Freitag hatten Experten des Deutschen Wetterdienstes bereits mit dem Phänomen gerechnet, das normalerweise nur in nördlichen Regionen zu sehen ist.
«Es war atemberaubend«, berichtet Anwohnerin Sabine Meier, die mit ihrer Familie im Phoenix-Park stand, um das Naturschauspiel zu beobachten. «Meine Kinder konnten kaum glauben, dass so etwas auch hier in Dortmund zu sehen ist.» In sozialen Netzwerken teilten Dortmunder hunderte Fotos des magisch anmutenden Himmels.
Die sogenannten Aurora Borealis entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen. Das Besondere: Während Polarlichter normalerweise nur in Skandinavien, Alaska oder Kanada zu sehen sind, sorgte die jüngste intensive Sonneneruption für die Sichtbarkeit bis weit in den Süden Deutschlands.
Astronomievereine in der Region meldeten einen regelrechten Ansturm. «Unser Telefon stand nicht still», erklärt Professor Michael Schulz vom Planetarium Bochum. «Solch intensive Polarlichter über dem Ruhrgebiet erleben wir vielleicht alle zehn Jahre einmal.»
Während meiner zwanzig Jahre als Journalistin habe ich selten erlebt, dass ein Naturereignis so viele Menschen gleichzeitig nach draußen lockte. Auf dem Dortmunder U und anderen Aussichtspunkten drängten sich die Menschen mit Smartphones und Kameras.
Die Wetterexperten geben vorsichtige Entwarnung für alle, die das Spektakel verpasst haben: Auch in den kommenden Nächten könnten die Polarlichter bei klarem Himmel noch einmal zu sehen sein. Das Phänomen zeigt, wie faszinierend und unberechenbar die Natur sein kann – selbst in einer Industriemetropole wie Dortmund.