Während der Winter in Köln noch seine kalten Tage zeigt, beginnt für Allergiker bereits die erste Belastungsprobe. Die Haselpollen haben ihre Saison vorzeitig eröffnet – ein Phänomen, das wir in den letzten Jahren immer häufiger beobachten können. «Der Klimawandel verschiebt die Pollensaison merklich nach vorne», erklärt Dr. Martina Weber vom Allergiezentrum Rheinland. Schon jetzt zeigen die Messgeräte auf dem Dach der Uniklinik Köln eine leichte bis mittlere Belastung durch Haselpollen an.
Die Wetterlage spielt Allergikern heute teilweise in die Karten. Der morgendliche Nieselregen hat die Pollenkonzentration vorübergehend gesenkt, aber die für den Nachmittag vorhergesagte Auflockerung wird die Belastung wieder ansteigen lassen. Besonders in den Stadtteilen Ehrenfeld und Nippes meldeten Nutzer der Pollendaten-App «AllergoScan» bereits verstärkte Symptome. Im Vergleich zum Vorjahr setzt der Pollenflug etwa eine Woche früher ein – ein besorgniserregender Trend.
Für Betroffene empfiehlt das Gesundheitsamt der Stadt Köln, die Fenster während der Mittagszeit geschlossen zu halten und Aktivitäten im Freien in den frühen Morgenstunden zu planen, wenn die Pollenkonzentration am niedrigsten ist. «Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte jetzt schon mit der vom Arzt empfohlenen Medikation beginnen», rät Allergologe Dr. Klaus Hoffmann. Er verweist auf die oft unterschätzte «Priming-Wirkung»: Selbst geringe Pollenmengen können das Immunsystem sensibilisieren und zu verstärkten Reaktionen bei späterem Kontakt führen.
Die Zukunft birgt für Allergiker kaum Entspannung. Nach den Haselpollen werden in etwa zwei bis drei Wochen die Erlen folgen. Ich beobachte seit Jahren, wie die Pollensaison sich ausdehnt – was früher von März bis September reichte, erstreckt sich mittlerweile fast übers gesamte Jahr. Für die rund 24 Prozent der Kölner Bevölkerung, die unter Pollenallergien leiden, bedeutet dies: Die Atempause wird immer kürzer, die Belastung dafür länger.