Die Stadt Dortmund plant den nächsten Abschnitt des Radschnellwegs RS1, der das östliche Ruhrgebiet durchqueren soll. Für viele Anwohner im Kreuz- und Saarlandstraßenviertel bedeutet das jedoch: 176 Parkplätze fallen weg. Diese Nachricht sorgt in den betroffenen Vierteln für Unmut, denn bereits jetzt ist die Parkplatzsituation angespannt. Allein im Kreuzviertel fehlen schätzungsweise 2.400 Stellplätze.
Der geplante Radschnellweg soll auf insgesamt 115 Kilometern das Ruhrgebiet von Duisburg bis Hamm verbinden. Für den Dortmunder Abschnitt bedeutet das konkrete Einschnitte: In der Arnoldstraße, Saarlandstraße und einem Teil der Rheinischen Straße werden Parkplätze zugunsten des Radwegs umgewandelt. «Wir wollen den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel fördern», erklärt Stadtrat Ludger Wilde das Vorhaben.
Als ich gestern durch das Kreuzviertel spazierte, beobachtete ich, wie Anwohner bereits jetzt oft lange nach einem Parkplatz suchen müssen. Eine Anwohnerin der Saarlandstraße, Monika Berger (42), findet deutliche Worte: «Die Verkehrswende ist wichtig, aber sie darf nicht auf dem Rücken der Anwohner ausgetragen werden. Wo sollen wir parken?»
Die Stadt plant als Ausgleich den Bau eines Parkhauses mit 200 Plätzen, das jedoch frühestens 2026 fertiggestellt werden könnte. Bis dahin müssen die Bewohner improvisieren. Trotz des Unmuts ist der Radschnellweg ein Schlüsselprojekt für die klimaneutrale Verkehrsplanung im Ruhrgebiet. Die Frage bleibt: Lässt sich der Übergang für die Betroffenen verträglicher gestalten?