Die Quadrate-Kontroverse: Hafermühle weicht im Markenstreit mit Ritter Sport
Was als kreatives Unternehmerkonzept begann, landete vor Gericht und endet nun mit einer Namensänderung. Das Stuttgarter Food-Startup «Haferkater», bekannt für seine Haferriegel in quadratischer Form, musste nach einem Rechtsstreit mit dem Waldenbuch-Traditionsunternehmen Ritter Sport einlenken. Seit 2017 vermarktete Haferkater quadratische Riegel – ein Format, das Ritter Sport seit Jahrzehnten als sein Markenzeichen betrachtet.
Als ich die kleinen quadratischen Haferriegel das erste Mal in einer Berliner Bahnhoffiliale sah, dachte ich sofort an die bekannte Schokoladenform. Genau das war das Problem. Ritter Sport, die schwäbische Schokoladenschmiede mit Sitz in Waldenbuch, sah in der Quadratform und dem Slogan «Quadratisch. Praktisch. Haferflocke.» eine klare Verletzung ihrer Rechte und klagte.
Der Konflikt folgt einem bekannten Muster im Markenschutz: Etablierte Unternehmen verteidigen ihre Alleinstellungsmerkmale gegen Newcomer. Nach jahrelangem Rechtsstreit gibt Haferkater nun nach und benennt seine Produkte in «Klageriegel» um – eine augenzwinkernde Reaktion auf den Markenstreit.
«Wir sind als Startup kein David gegen Goliath, sondern eher ein Fliegengewicht gegen einen Boxweltmeister«, erklärt Leandro Burguete, Mitgründer von Haferkater, gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Die neue Bezeichnung «Klageriegel» soll die Geschichte des Rechtsstreits offen transportieren und gleichzeitig das Produkt neu positionieren.
Für kleine Lebensmittel-Startups wird es zunehmend schwieriger, neben den Großen zu bestehen. Nicht nur rechtliche Hürden, sondern auch Lieferkettenprobleme und steigende Rohstoffkosten stellen junge Unternehmen vor Herausforderungen. Ob der «Klageriegel» nun erfolgreicher sein wird als sein Vorgänger, wird sich zeigen. Die Geschichte bleibt ein Lehrstück über Markenschutz und Unternehmertum – und darüber, wie kreativ manche mit Rückschlägen umgehen können.