Die Karnevalszeit sollte für eine Familie in Essen ein fröhliches Erlebnis werden. Stattdessen endete der Rosenmontag für sie in Angst und Schrecken. Beim Rosenmontagszug in Essen-Kupferdreh wurde die vierköpfige Familie unvermittelt von einer Gruppe Jugendlicher attackiert. Besonders betroffen: der 9-jährige Sohn, der mehrere Faustschläge ins Gesicht erhielt. Laut Polizei Essen ereignete sich der Vorfall gegen 15:30 Uhr im Bereich der Kupferdreher Straße.
Die Familie war extra aus dem Ruhrgebiet angereist, um den beliebten Karnevalszug zu sehen. «Wir standen einfach nur da und haben Kamelle gesammelt», berichtet Vater Eugen erschüttert. Ohne erkennbaren Grund hätten sich fünf bis sechs Jugendliche genähert und angefangen, die Kinder zu schubsen. Als die Eltern einschritten, eskalierte die Situation.
«Plötzlich hatte mein Sohn mehrere Faustschläge im Gesicht», schildert Eugen. Auch er selbst wurde beim Versuch, seinen Sohn zu schützen, attackiert und am Hals verletzt. Seine Frau erlitt einen Schock. Die Täter, laut Zeugen zwischen 14 und 16 Jahre alt, flüchteten unmittelbar nach der Attacke in die Menge.
In meinen fast zwei Jahrzehnten als Reporterin habe ich immer wieder erlebt, wie schnell Volksfeste kippen können. Was als fröhliches Miteinander beginnt, endet manchmal in sinnloser Gewalt – besonders erschreckend, wenn Kinder die Opfer sind.
Die Polizei Essen hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen und sucht Zeugen. Für die Familie bleiben neben den körperlichen Verletzungen vor allem seelische Wunden. «Mein Sohn will nicht mehr zu solchen Veranstaltungen gehen», sagt Eugen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf zunehmende Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen. Was treibt junge Menschen zu solchen Taten? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Betroffenen, sondern unsere gesamte Gesellschaft.