Die ersten Stunden der Silvesternacht in Essen verliefen überraschend friedlich. Während in früheren Jahren bereits am Abend Einsätze wegen Böllerwürfen und Bränden eingingen, meldeten Polizei und Feuerwehr bis 21 Uhr nur wenige Vorfälle. «Der bisherige Verlauf ist bemerkenswert ruhig», erklärte ein Sprecher der Polizei Essen auf Anfrage.
Die Einsatzkräfte hatten sich auf eine arbeitsreiche Nacht eingestellt. In den Vorjahren gab es wiederholt Übergriffe auf Rettungskräfte, besonders im Norden der Stadt. Die Feuerwehr verstärkte daher ihre Präsenz mit zusätzlichen Fahrzeugen und Personal. «Wir sind vorbereitet, aber bisher ist es deutlich entspannter als erwartet», berichtet ein Feuerwehrmann aus Altenessen, der anonym bleiben möchte.
Die geringe Zahl an Einsätzen könnte mit den strengeren Kontrollen zusammenhängen. Seit Tagen überprüft die Polizei gezielt Jugendliche auf illegale Feuerwerkskörper. Auf dem Weihnachtsmarkt am Kennedyplatz und in der Innenstadt war bereits am Nachmittag erhöhte Polizeipräsenz zu spüren.
Anwohner in Rüttenscheid beobachteten trotzdem vereinzelt riskantes Verhalten. «Gegenüber im Hof zünden Teenager schon seit Stunden Böller, aber bisher nichts Dramatisches», erzählte mir eine Bewohnerin, während ich durch die Straßen ging.
Auch das Wetter könnte zur Ruhe beitragen. Der leichte Nieselregen am Abend machte das Abbrennen von Feuerwerk weniger attraktiv. Ob dieser friedliche Trend bis Mitternacht anhält, wenn traditionell das große Feuerwerk beginnt, bleibt abzuwarten. Die Essener Einsatzkräfte bleiben jedenfalls wachsam.