Die Winterpause in der 2. Bundesliga neigt sich dem Ende zu, und bei Schalke 04 dreht sich alles um mögliche Transferbewegungen. Doch während früher vor allem Trainerempfehlungen und Scoutingberichte entscheidend waren, hat sich die Spielersuche grundlegend gewandelt. Die Königsblauen setzen mittlerweile auf komplexe Datenanalysesysteme, um ihre Transferentscheidungen zu treffen – ein Trend, der den deutschen Fußball verändert.
Was früher nach Bauchgefühl entschieden wurde, basiert heute auf Algorithmen und Leistungsmetriken. «Wir analysieren nicht mehr nur offensichtliche Statistiken wie Tore oder Assists, sondern Hunderte Parameter vom Laufverhalten bis zur Entscheidungsfindung unter Druck», erklärt Marc Wilmots, Sportdirektor bei Schalke. Die Software «ScoutAnalytics», die der Verein seit dieser Saison nutzt, wertet bis zu 3.500 Datenpunkte pro Spieler aus und erstellt detaillierte Passungsprofile für das taktische System.
Besonders interessant: Die Datenanalyse hat dem Verein mehrfach geholfen, vermeintliche «Schnäppchen» als statistische Risiken zu identifizieren. So wurden teure Fehlentscheidungen vermieden. Ein Beispiel ist der ursprünglich favorisierte Mittelfeldspieler aus der dänischen Liga, dessen Zweikampfwerte nach tieferer Analyse nicht zum intensiven Spielstil der 2. Bundesliga passten.
Die Fans sind gespalten. In den sozialen Medien diskutieren viele Schalker leidenschaftlich, ob Fußball noch ein «Gefühlsspiel» bleiben darf oder zwangsläufig zur Datenanalyse-Wissenschaft wird. Die WhatsApp-Gruppen und Twitter-Threads sind voll mit Debatten über «Expected Goals» und «Progressive Passes» – Begriffe, die vor fünf Jahren im Stadion noch Fragezeichen verursacht hätten.
Aber verändert die Technologie nur das Wie und nicht das Was? Am Ende sucht Schalke immer noch nach Spielern mit Mentalität und Identifikation – Eigenschaften, die keine Software messen kann. Die spannendste Frage bleibt daher: Wie findet man die perfekte Balance zwischen datenbasierter Effizienz und dem traditionellen Gespür für das Herz eines Fußballers? Die nächsten Wochen auf Schalke werden zeigen, ob Algorithmen wirklich Aufstiegshelden finden können.