Das vergangene Heimspiel zwischen Schalke 04 und Dynamo Dresden wurde überschattet von schweren Auseinandersetzungen unter Fans. Ein 25-jähriger Mann wurde dabei schwer verletzt und musste notoperiert werden. Die Polizei Gelsenkirchen ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Vorfall ereignete sich nach Spielende im Bereich der Schalker Nordkurve, als vermummte Personen gezielt auf einzelne Fans losgingen.
Was als Fußballfest beginnen sollte, endete im Krankenhaus. Laut Zeugenaussagen sollen etwa 20 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein. «Wir gehen davon aus, dass es sich um eine geplante Aktion handelte», erklärt Polizeisprecher Thomas Schmidt. Videoaufnahmen zeigen, wie mehrere Vermummte die Tribüne stürmten und gezielt Jagd auf einzelne Personen machten.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich immer wieder erlebt, wie die Stimmung nach Hochrisikospielen kippen kann. Besonders brisant: Die Täter sollen zum Umfeld der Schalker Ultras gehören, während das Opfer der Dresdner Fanszene zugerechnet wird. Ein Ordner, der eingreifen wollte, berichtet: «Es ging alles blitzschnell. Man konnte kaum reagieren, bevor sie wieder verschwunden waren.»
Der Verein Schalke 04 verurteilte den Vorfall scharf und kündigte Konsequenzen an. «Gewalt hat in unserer Arena keinen Platz», ließ der Vorstand mitteilen. Die Ermittlungsgruppe «Kurve» der Polizei wertet nun Videoaufnahmen aus und sucht weitere Zeugen.
Dieser Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit in Fußballstadien auf. Müssen Vereine und Verbände härter durchgreifen? Die Fanprojekte beider Städte stehen jetzt vor der Herausforderung, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Und für viele Familien stellt sich die bange Frage: Ist der Stadionbesuch noch sicher?