Mitten im Düsseldorfer Berufsverkehr fielen gestern Abend Schüsse auf ein Taxi. Ein 45-jähriger Fahrgast wurde dabei lebensgefährlich verletzt, der 57-jährige Taxifahrer blieb unverletzt. Der bewaffnete Angreifer konnte vom Tatort an der Heinrich-Heine-Allee flüchten, wie die Polizei heute mitteilte.
Die Szenen, die sich gegen 19:30 Uhr in der Innenstadt abspielten, erinnern an einen Thriller. Das Taxi stand an einer Ampel, als ein schwarz gekleideter Mann die Tür öffnete und gezielt auf den Fahrgast schoss. «Es waren drei oder vier Schüsse, dann herrschte Panik», berichtet ein Augenzeuge, der in einem Café gegenüber saß.
Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei geht von einer gezielten Tat aus. «Nach ersten Erkenntnissen kannten sich Täter und Opfer», erklärt Kriminalhauptkommissar Martin Weber. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler derzeit aus.
Der verletzte Fahrgast wurde notoperiert und schwebt noch in Lebensgefahr. Über seine Identität macht die Polizei bislang keine Angaben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
In meinen zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten erlebt, dass Düsseldorfer so verunsichert sind. «Erst die Messerattacke am Hauptbahnhof vor zwei Monaten, jetzt Schüsse mitten in der Stadt – das macht mir Angst», sagt eine Anwohnerin, die regelmäßig in diesem Viertel unterwegs ist.
Die Polizei hat die Fahndung nach dem Täter intensiviert und wertet Videoaufnahmen aus Geschäften und Verkehrskameras aus. Die Sicherheit in Düsseldorfs Innenstadt wird in den kommenden Tagen durch verstärkte Polizeipräsenz erhöht. Die Frage bleibt: Wie sicher können wir uns noch fühlen, wenn selbst im abendlichen Berufsverkehr tödliche Gewalt so unvermittelt zuschlägt?