Der Winter hat Hamburg eisern im Griff. Seit den frühen Morgenstunden sorgen Schnee und überfrierende Nässe für chaotische Verkehrsverhältnisse im gesamten Stadtgebiet. Besonders dramatisch: Auf der Köhlbrandbrücke kam ein Lkw ins Rutschen und blockierte stundenlang diese wichtige Hafenverbindung. Die Polizei meldet bis zum Mittag bereits über 40 witterungsbedingte Unfälle.
Die Räumdienste sind seit drei Uhr morgens im Dauereinsatz. «Wir arbeiten mit allen verfügbaren Kräften, aber die anhaltenden Schneefälle machen es schwierig, überall gleichzeitig zu sein», erklärt Mathias Berg von der Stadtreinigung Hamburg. Auf der A7 stehen Autofahrer in Richtung Norden seit dem Vormittag in einem kilometerlangen Stau, nachdem mehrere Fahrzeuge ins Schleudern geraten waren.
Besonders erschütternd: Im Stadtteil Billstedt erfasste ein rutschender Lkw eine Fußgängerin, die mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus kam. Der Fahrer hatte auf der vereisten Straße die Kontrolle verloren.
Die Hamburger Hochbahn meldet Verspätungen auf fast allen Bus- und Bahnlinien. «In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass so viele Verkehrsteilnehmer gleichzeitig betroffen waren», beobachtete ich bei meiner morgendlichen Tour durch die Stadt. Am Hauptbahnhof standen hunderte Pendler ratlos vor den Anzeigetafeln.
Der Deutsche Wetterdienst warnt: Die Lage könnte sich bis zum Abend weiter verschärfen. Anwohner werden gebeten, auf unnötige Fahrten zu verzichten. «Das ist kein normaler Wintereinbruch mehr», sagt Klimaforscher Prof. Reimers von der Uni Hamburg. «Solche extremen Wetterschwankungen werden wir künftig häufiger erleben.» Eisige Zeiten für unsere Stadt – und ein Vorgeschmack auf das, was der Klimawandel bedeuten kann.