In der Nacht zum Montag wurde ein Wohnhaus in der Dortmunder Nordstadt von mehreren Schüssen getroffen. Nach Angaben der Polizei fielen die Schüsse gegen 2:30 Uhr in der Mallinckrodtstraße. Mehrere Anwohner hatten die Schüsse gehört und den Notruf gewählt. Verletzt wurde niemand, die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon.
Die Spurensicherung rückte in der Nacht aus und stellte mehrere Patronenhülsen sicher. «Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen und prüfen verschiedene Theorien zum Tathintergrund», erklärt Polizeisprecherin Saskia Mehren auf Anfrage. Die Ermittler schließen weder einen gezielten Angriff noch eine Verwechslung aus.
Für Anwohner wie Maria Schulz (52) ist der Vorfall beunruhigend: «Ich wohne seit 20 Jahren hier und habe noch nie so etwas erlebt.» In der Gegend häufen sich in letzter Zeit Berichte über Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen. Laut Kriminalstatistik haben solche Vorfälle im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent zugenommen.
Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und bittet Zeugen um Hinweise. «Jede noch so kleine Beobachtung kann uns weiterhelfen», betont Mehren. In meiner fast zwanzigjährigen Berichterstattung in Nordrhein-Westfalen habe ich bemerkt, dass solche Vorfälle oft mehr über die zugrundeliegenden sozialen Spannungen in einem Viertel aussagen als über Einzeltäter.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf Videomaterial aus der Umgebung und die Befragung von Anwohnern. Die Polizei verstärkt vorerst ihre Präsenz im Viertel. Ob die Tat mit ähnlichen Vorfällen in Gelsenkirchen und Essen in Verbindung steht, bleibt offen. Für die Bewohner des betroffenen Hauses bleibt die bange Frage: Zufallstat oder gezielter Angriff?