In Düsseldorf-Oberbilk fielen gestern Abend Schüsse vor einem Kiosk an der Kölner Straße. Ein 24-jähriger Mann wurde dabei schwer verletzt. Der Täter ist flüchtig. Laut Polizei ereignete sich die Tat gegen 21:30 Uhr im belebten Stadtteil, wo viele Anwohner die Schüsse hörten und den Notruf wählten.
Das Opfer erlitt mehrere Schusswunden und wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist kritisch, aber stabil. Die Polizei hat sofort eine Großfahndung eingeleitet. Spezialkräfte durchkämmten die umliegenden Straßen, unterstützt von einem Hubschrauber, der stundenlang über dem Viertel kreiste.
«Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren», erklärte Polizeisprecherin Stefanie Müller. «Wir bitten Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich umgehend zu melden.» Nach ersten Erkenntnissen kannten sich Täter und Opfer. Ein Streit im Milieu sei eskaliert, vermuten die Ermittler.
Als ich vor Ort war, sah ich besorgte Anwohner hinter den Absperrbändern. «Sowas hatten wir hier noch nie», sagte mir eine ältere Dame, die seit 40 Jahren im Viertel wohnt. Der Kiosk ist ein beliebter Treffpunkt, vor allem abends.
Die Tat erschüttert Oberbilk, das als lebendiger, multikultureller Stadtteil bekannt ist. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz in den kommenden Tagen. Ob es sich um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu handelt, wie manche Anwohner vermuten, bleibt offen. Die Kriminalität in Düsseldorf nimmt zwar nicht zu, aber solche Gewalttaten verändern das Sicherheitsgefühl der Menschen nachhaltig.