Die Berta-Jourdan-Schule in Frankfurt steht vor einem ungewissen Zukunftsszenario. Der geplante Umzug der Grundschule vom Gallus an die Kuhwaldsiedlung wird durch politische Differenzen ausgebremst. Betroffen sind täglich über 400 Grundschulkinder, die weiterhin in maroden Räumlichkeiten unterrichtet werden müssen. Die grüne Fraktion im Römer hat sich gegen die Pläne gestellt – entgegen der Hoffnungen vieler Eltern und Lehrkräfte.
«Wir kämpfen seit Jahren für bessere Bedingungen», erklärt Schulleiterin Maria Westermann. Die aktuelle Situation sei unhaltbar: feuchte Wände, veraltete Technik und zu kleine Klassenräume prägen den Schulalltag. Dabei liegt die Lösung scheinbar auf der Hand: Ein Umzug in das Gebäude der ehemaligen Heinrich-Kromer-Schule könnte schnell Abhilfe schaffen.
Die SPD unterstützt diesen Plan. «Die Kinder brauchen jetzt eine Perspektive, nicht erst in zehn Jahren», betont Bildungsdezernent Sylvester Klein. Doch die Grünen blockieren: Sie bevorzugen einen kompletten Neubau am alten Standort – ein Prozess, der Jahre in Anspruch nehmen würde.
Bei meinem Besuch vor Ort wurde deutlich, wie sehr die Situation an den Nerven aller Beteiligten zehrt. Ein Vater zweier Schulkinder berichtete mir mit hörbarer Frustration: «Politik auf dem Rücken unserer Kinder – das ist einfach nicht fair.»
Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für das gesamte Gallus-Viertel. Während die technischen Planungen für beide Optionen längst abgeschlossen sind, fehlt der politische Konsens. Die kommende Stadtverordnetenversammlung könnte entscheidend sein. Doch viele fragen sich: Wie lange sollen die Kinder noch warten müssen, bis Erwachsene sich einigen können?