Die Silvesternacht steht bevor und Berlin wappnet sich für die traditionell wilde Jahreswende. Bereits zum zweiten Mal gelten Böllerverbotszonen in der Hauptstadt – darunter am Alexanderplatz, im Bereich des Steinmetzkiezes in Schöneberg und auf dem Annemirl-Bauer-Platz im Prenzlauer Berg. Die Polizei plant mit rund 4.000 Einsatzkräften, die für Ordnung sorgen sollen. Besonders im Blick: die Neuköllner Sonnenallee, wo letztes Jahr heftige Ausschreitungen stattfanden.
Wer feiern will, hat zahlreiche Möglichkeiten: Die größte Party findet traditionell am Brandenburger Tor statt, wo bereits am Nachmittag das Programm beginnt. Anders als früher ist der Eintritt dieses Jahr kostenpflichtig – 10 Euro werden fällig, dafür soll es ein verbessertes Sicherheitskonzept geben. Etwa 65.000 Feiernde werden erwartet.
«Berlin feiert immer intensiv ins neue Jahr, aber dieses Mal haben wir uns besonders gut vorbereitet», erklärt Innensenatorin Iris Spranger. Nach den Ausschreitungen der Vorjahre soll die Polizei konsequenter durchgreifen können.
Für den Heimweg sollten Nachtschwärmer planen: Die BVG verstärkt zwar ihr Angebot, aber besonders an neuralgischen Punkten kann es zu Wartezeiten kommen. Die U-Bahnen fahren die ganze Nacht im 5- bis 10-Minuten-Takt.
Was mich in den letzten Jahren immer wieder beeindruckt: Wie schnell Berlin am Neujahrsmorgen aufräumt. Schon am frühen 1. Januar sieht man die orangefarbenen Kolonnen der BSR durch die Stadt ziehen – eine logistische Meisterleistung.
Die Feuerwehr hat unterdessen eindringlich vor dem Zünden illegaler Böller gewarnt. «Die sogenannten ‹Polen-Böller› können schwere Verletzungen verursachen», mahnt ein Sprecher. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Krankenhäuser über 230 Silvester-Verletzungen.
Gleich welche Regeln gelten: Berlin wird auch dieses Jahr wieder laut, bunt und ein wenig chaotisch ins neue Jahr starten. Und das ist vielleicht das Beständigste an dieser unbeständigen Stadt.