Ein massives Sicherheitskonzept verwandelt Berlins Herz in eine Festung. Seit heute Morgen sperren Polizei und Veranstalter große Bereiche rund um das Brandenburger Tor für die Silvesterfeier ab. Die ersten Bauzäune stehen bereits, und an der Straße des 17. Juni entstehen Kontrollflächen für die rund 65.000 erwarteten Gäste der Silvesterparty.
Die Sperrungen betreffen hauptsächlich den Tiergarten und das Regierungsviertel. Konkret ist die Straße des 17. Juni zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor komplett gesperrt. Auch Ebertstraße, Yitzhak-Rabin-Straße und Scheidemannstraße sind für den Verkehr tabu. Fußgänger können die Bereiche noch passieren – allerdings nur bis zum 30. Dezember.
«Der Aufbau der Bühnen und Technik braucht einfach seine Zeit», erklärt mir Polizeisprecherin Patricia Schmidt. Das ist nachvollziehbar, denn die Silvesterfeier am Brandenburger Tor gilt als Deutschlands größte Party zum Jahreswechsel.
Ab dem 31. Dezember um 14 Uhr wird das komplette Areal dann zur Hochsicherheitszone. Wer zur Party will, muss durch einen von drei Eingängen und wird gründlich kontrolliert. Feuerwerk, Glasflaschen und größere Taschen sind verboten. Die strengen Kontrollen sind eine Reaktion auf die Ausschreitungen vergangener Jahre.
Im letzten Jahr wurden allein in Berlin 54 Polizistinnen und Polizisten bei Silvester-Krawallen verletzt. «Das darf sich nicht wiederholen», betont Berlins Innensenatorin Iris Spranger. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot präsent sein.
Für Anwohner bedeuten die Sperrungen erhebliche Umwege. «Es ist jedes Jahr dasselbe Theater», seufzt Klaus Weidner, der nahe dem Reichstag wohnt. «Aber was will man machen? Silvester gehört eben zu Berlin.»
Die ÖPNV-Betreiber empfehlen, das Gebiet weiträumig zu umfahren oder auf U- und S-Bahnen auszuweichen, die verstärkt fahren werden. Die normalen Verkehrsverbindungen sollen erst am 2. Januar vollständig wiederhergestellt sein.