In Berlin werden zum Jahreswechsel wieder Hunderttausende Menschen erwartet. Nach den Ausschreitungen der Vorjahre gelten diesmal verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. In elf Zonen der Stadt ist das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerk komplett verboten. Besonders betroffen: Alexanderplatz, Steinmetzkiez und Teile von Schöneberg.
«Die Verbotszonen sind eine direkte Reaktion auf die Ereignisse der letzten Jahre», erklärt Berlins Innensenatorin Iris Spranger. Allein in der vergangenen Silvesternacht wurden 54 Polizisten verletzt und über 1300 Menschen festgenommen.
An den Kontrollpunkten werden Taschen durchsucht. Wer mit Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro rechnen. Die Polizei ist mit über 3000 Beamten im Einsatz – deutlich mehr als in den Vorjahren.
Als ich vor drei Jahren die Silvesterfeier am Brandenburger Tor besucht habe, war die Stimmung noch ausgelassen. Dieses Jahr wirkt die Vorbereitung militärischer. «Wir wollen feiern, nicht kämpfen», sagt mir eine Anwohnerin aus Neukölln, die anonym bleiben möchte.
Die große Silvesterparty am Brandenburger Tor findet trotzdem statt. Der Eintritt ist erstmals kostenpflichtig: 10 Euro pro Person. Die BVG verstärkt den Nahverkehr, U- und S-Bahnen fahren durchgehend im Zehn-Minuten-Takt.
Berlins Balance zwischen Sicherheit und Feierlaune bleibt ein Drahtseilakt. Die zentrale Frage: Wie viel Kontrolle verträgt die Stadt der Freiheit, bevor sie ihren Charakter verliert?